14. April 2015 | 9:22

Der fehlerhafte Umsatzsteuerausweis nach § 14c UStG

Die Norm des § 14c UStG ist eine Vorschrift, die hauptsächlich auf Formalien beruht und daher in der Praxis leicht zu Mehrsteuern führen kann. Und genau dies ist ein nicht zu unterschätzendes Risiko für betroffene Unternehmer.

Worum geht es?

§ 14c UStG stellt einen sog. Gefährdungstatbestand dar. Weist jemand zu Unrecht Umsatzsteuer in einer Rechnung aus, besteht die Gefahr, dass der Rechnungsempfänger diese Steuer zu Unrecht als Vorsteuer abzieht. Die resultierende Steuergefährdung wird durch § 14c UStG gemildert. Der Rechnungsaussteller schuldet die ausgewiesene Umsatzsteuer, auch wenn insoweit keine entsprechende Leistung ausgeführt wurde.

 Welche Tatbestände werden erfasst?

1. Fall: der unrichtige Steuerausweis (§ 14c Abs. 1 UStG)

Ein unrichtiger Steuerausweis liegt vor, wenn ein Unternehmer in der Abrechnung über eine durchgeführte Leistung einen höheren Steuerbetrag ausweist, als er nach den weiteren gesetzlichen Bestimmungen schuldet (z. B. Abrechnung mit 19% statt mit 7%)

2. Fall: der unberechtigte Steuerausweis (§ 14c Abs. 2 UStG)

Ein unberechtigter Steuerausweis liegt vor, wenn in einer Abrechnung ein Umsatzsteuerausweis vorgenommen wird, obwohl bereits dem Grunde nach keine Berechtigung hierfür besteht (z. B. die Umsatzsteuer wird durch einen Nichtberechtigten, wie Privatperson oder sog. Kleinunternehmer; ausgewiesen).

 Die Rechtsfolgen:

1. Fall: der unrichtige Steuerausweis (§ 14c Abs. 1 UStG)

Der Rechnungsersteller schuldet den ausgewiesenen Steuerbetrag (als § 14c-Steuer). Die Steuer ist als solche in der Umsatzsteuervoranmeldung auch gesondert zu erfassen.

Der Leistungsempfänger kann bei einem unrichtigen Steuerausweis nur den Betrag als Vorsteuer abziehen, der tatsächlich aus der Leistung geschuldet wird. Die § 14c-Steuer ist nicht abziehbar.

2. Fall: der unberechtigte Steuerausweis (§ 14c Abs. 2 UStG

Bei einem unberechtigten Steuerausweis schuldet der Rechnungsaussteller stets den gesamten ausgewiesenen Steuerbetrag nach § 14c Abs. 2 UStG . Dem Rechnungs- bzw. Leistungsempfänger steht kein Vorsteuerabzug zu.

Die Lösung:

Ein sog. Berichtigungsverfahren ist in beiden Fällen möglich, aber an formale Bedingungen gekoppelt, die eine Konversation mit dem Finanzamt als sinnvoll erscheinen lassen. Bitte sprechen Sie uns dazu konkret an.

Tipp:

Eine Steuer nach § 14c UStG birgt sowohl für den Rechnungsaussteller als auch für den Rechnungsempfänger erhebliche Zinsrisiken. Daher sollten Abrechnungen stets auf den korrekten Steuerbetrag hin überprüft werden.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bei Fragen und/oder Anregungen kontaktieren Sie uns bitte unter reichert@wpreichert.de.

Dresden, den 14.04.2015

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