25. August 2016 | 17:31

Whatsapp, Skype und Co. – was beim betrieblichen Umgang zu beachten ist

Die Terminvereinbarung per Whatsapp und Meetings, Steuererklärung und Beratung mittels Skype. Zahlreiche Dienste sind kostenlos und einfach bedienbar. Dahinter verstecken sich jedoch häufig (Datenschutz)rechtliche Risiken, die es kennen und zu beachten gilt. Der Preis der Bequemlichkeit wird oft mit Abstrichen im Datenschutz „teuer“ erkauft. Gerade Berufsgeheimnisträgern wie Wirtschaftsprüfern, Steuerberatern oder Ärzten drohen im Fall eines Datenschutzproblems hohe Bußgelder, darauf weisen Aufsichtsbehörden hin.

Skype sowie Whatsapp z. B. kann das Adressbuch auslesen, die Daten werden dabei unverschlüsselt auf Servern in den USA übertragen und dort gespeichert. Wobei nicht nur die Übertragung kritisch ist, sondern auch das Speichern der Daten in den USA. Denn das US-amerikanisch Datenschutzniveau hängt dem Deutschen hinterher, was in der Vergangenheit dazu geführt hat, dass das Datenschutzabkommen zum Datenaustausch zwischen den USA und der EU für unwirksam erklärt wurde.

Bei Whatsapp ist es dabei sogar unerheblich, ob man es selbst installiert hat. Es reicht aus, wenn die eigene Telefonnummer bei einer beliebigen Person in der Kontaktliste ist und diese Whatsapp benutzt, auch dann erhält Whatsapp die Nummer. Zusammen mit dem Mutterkonzern Facebook ist es dann ein „Kinderspiel“ aus Telefonnummer und Facebookaccounts ein Netzwerk aufzubauen aus dem hervorgeht, welche Nummer zu welcher Person gehört und wer mit wem wann und wie lange kommuniziert hat. Abgesehen davon bietet Whatsapp eine automatische Sicherung der Chatverläufe an, diese werden ebenfalls in den USA gespeichert. Es wird daher empfohlen, in einer Mitarbeitervereinbarung die Nutzung von Whatsapp auf betrieblichen Handys klar zu regeln. Im Übrigen hatte Whatsapp bis vor kurzem noch keine AGB in deutscher Sprache, dies setzte erst das Berliner Kammergericht mit seinem Urteil vom 08.04.2016 durch (5 U 156/14).

Ein Blick auf die AGB‘s ist auch bei Skype übrigens unerlässlich. Wer z.B. seinem Steuerberater mittels Skype von seinem neusten Produkt berichten will und stolz die Konstruktionspläne in die Kamera hält, hat vermutlich vorher die AGB’s speziell den Punkt „5.7 Kommunikationsinhalt“ nicht gelesen. Denn darin heißt es: „Durch die Nutzung der Software gewähren Sie Skype eine Lizenz für geistiges Eigentumsrecht, mit der Skype die Inhalte Ihrer Kommunikation verwenden kann, um die Produkte bereitstellen zu können, z. B. die Übermittlung Ihrer Kommunikation an den vorgesehenen Empfänger“. Wenn sich Skype diese Idee nun zu Eigen macht, kann nur schwer dagegen vorgegangen werden, mit der Nutzung der Software hat man den AGB ja zugestimmt. Abschließend bleibt daher festzuhalten, dass die Nutzung von kostenlosen Kommunikationsdiensten mit Vorsicht und Weitblick erfolgen sollte.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit. Bei Fragen und/oder Anregungen kontaktieren Sie uns bitte unter s.huhle@wpreichert.de.

 

Dresden, den 25.08.2016

 

Stephan Huhle, Zertifizierter Datenschutzbeauftragter

 

 

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